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Wahrheit oder Mythos
Hexen im Volksglauben
 Nach der englischen Hexenmythologie aus dem 17. Jahrhundert
war eine Hexe ein altes Weib, das darauf aus war Böses zu tun.
Die Hexe war in schwarze Lumpen gehüllt und mit einem spitzen Hut bekleidet.
Von Hausgeistern wie schwarzen Vögeln, Katzen und angeblichen Kobolden begleitet.
Eine Hexe war demnach gleichgültig, kaltherzig und niemals zum weinen fähig.
Der Hexe Haus war eine alte Holzhütte am Rande einer Waldlichtung.
Um Hexen aufzuspüren gab es sogenannte Hexenriecher, welche sich ihre Opfer
aussuchten, indem sie auf Äußerlichkeiten wie Warzen oder Muttermale achteten,
oder Frauen und Männer am Rande der Gesellschaft verhafteten.
Aber gerade im europäischen Bereich gab es auch wohlhabende Menschen,
die von der heiligen Inqisition und von Hexenriechern gefangen und verurteilt wurden.
Diesen betuchteren Hexen nahm man dann das Geld ab und füllte damit die Kassen
der Inquisitoren, der Gerichtsbeamten und der Kirche.
Einige wenige Opfer des Hexenwahnsinns waren die Hexe von Berkeley und Brandon, die Hexen von Salem und Bamberg und viele viele mehr.
Diesen Hexen wurden alle Arten von Maleficia vorgeworfen; Erkrankungen von Vieh, Mißernten, Seuchen, Unwetter, Morde, das Buhlen mit
dem Teufel und das fliegen auf einem Besen.
Viele Frauen und Männer gestanden vor Verzweiflung nach stundenlanger Folter.
Doch gab es auch Angeklagte, welche betonten ausschließlich weiße Magie zu betreiben. So genannte weiße Hexen.
Hexenriecher des Mittelalters
Sie kamen erstmals im 15. Jahrhundert vor. Es waren entweder Personen, die es sich
zur Lebensaufgabe gemacht hatten angebliche Hexen auszurotten, oder Beamte, welche den selben Auftrag von der heiligen Inqisition bekamen.
Typische Motivationen für Hexenriecher waren Macht, Ansehen und Geld.
Überall in Europa hatte man Angst vor ihnen, da sie durch die Länder streiften, um jeglichen Dorftratsch auszuhorchen und Streitigkeiten aufzufangen. Mit diesen Informationen benutzten Hexenriecher betroffene Menschen als Sündenbock für ihre Vorhaben.
Sie suchten dann höchst zweifelhafte Beweise, wie durch die Nadelprobe, um diese den heiligen Obrigkeiten darlegen zu können, denn sie wussten, dass sie ein angemessenes Honorar erhalten würden.
Dies verleitete sie natürlich auch dazu Geständnisse durch härteste Foltermethoden zu erpressen.
Der Berüchtigste unter ihnen war der legendäre Matthew Hopkins, der sich selbst als Obersten Hexenriecher betitelte.
Als sich Anfang des 18. Jahrhunderts der Hexenglaube immer mehr zurückzog und die Menschen auch nicht mehr so recht an die Märchen der bösen Hexen glauben wollten, zogen sich die Hexenriecher ziemlich schnell zurück und verschwanden ungestraft von der Bildfläche.
Früherkennung der Hexenvorbeugung - Hexenmale
Ein Hexenmal war eine Narbe, ein Muttermal, eine Warze oder ein Makel an der Haut, der die beschuldigte Person als Hexe entlarven sollte.
Die Menschen dachten damals, dass das Mal eine Saugstelle für ihre Hausgeister, Kobolde und Dämonen sei. Mit dieser Saugstelle fütterte die Hexe ihre kleinen Helfer mit ihrem eigenen Blut.
Solche Male wurden vor Gericht als Schuldbeweis anerkannt. Wenn die Hexenriecher auf den ersten Blick nichts feststellen konnten wurde die angeklagte Person solange gründlich untersucht bis irgendwo eine Warze oder Dergleichen gefunden wurde.
Um das Mal zu prüfen unterzog man der Hexe eine Nadelprobe. Hierbei stachen die Hexenriecher mit langen Nadeln in die betroffenen Hautstellen. Nach ihrer Theorie verspürte eine Hexe sowieso keine Schmerzen bei solch einem Prozess. Um sicher zu gehen, das die Hexe ihre Hausgeister nicht mehr nähren konnte und diese dann zu Tode kamen, sperrte man die Hexe ein, bzw. erhängte oder verbrannte sie.
Hexenwägen
Früher wurde einer Hexe nachgesagt, dass sie unnatürlich wenig Gewicht habe.
Um zu prüfen ob die angeklagte Person eine Hexe ist wog man ihr Gewicht. Wenn die Person schwerer war als die heilige Bibel wurde sie freigelassen, wenn sie weniger wog war dies ein eindeutiger Beweis und der Person wurde der Prozess gemacht.
Man bedenke, dass die Bücher im Mittelalter größer und schwerer waren als in unserer heutigen Zeit, dennoch aber durch diese Prüfung viele Unschuldige am leben blieben, da sie in der Regel natürlich das Gewicht übertrafen.
Inquisitors Knebel - Hexenzaum
Da die Menschen Angst hatten vor Hexen und glaubten, dass sie einen mit dem letzten Atemzug noch verfluchen würden, erfanden die Folterkünstler einen eisernen Knebel. Dieser Knebel wurde der schuldig gesprochenen Hexe meist schon während der Folter, sicher aber auf dem Weg zum Scheiterhaufen, in den Mund gesetzt. Mit diesem eisernen Knebel war es keiner Person mehr möglich auch nur ein vernünftiges Wort herauszubekommen.
Folterung - ein Hexenspaziergang
Der Hexenspaziergang war eine recht "milde" Foltermethode der Hexenriecher.
Um Geständnisse zu erpressen ließen sie die angeklagten Männer und Frauen teilweise tagelang durch einen Raum gehen. Erst als sie vor Erschöpfung zusammenbrachen und gestanden war der lange Marsch vorbei.
Da diese Methode nicht als Folter anerkannt war, war sie natürlich äußerst beliebt unter den Hexenriechern.
Das Hexenkratzen
Das Hexenkratzen kommt aus dem 16. Jahrhundert und galt als Abwehr gegen Hexen.
Es ist ein alter Gebrauch, an den teilweise heute noch manche Menschen glauben.
Das Kratzen wurde durchgeführt indem man einer angeblichen Hexe eine Wunde zwischen Nase und Mund zufügte um einen von ihr verursachten, bösen Zauber zu lösen. Außerdem wurde durch diese blutende Wunde wohl auch der schlechte Hausgeist der Hexe angelockt und von seinen Absichten Schaden zuzufügen abgelenkt.
Mitte des 18. Jahrhunderts wurde das Hexenkratzen dann offiziell verboten, doch einige Menschen glaubten so daran, dass sie das Kratzen aus Eigeninitiative trotzdem praktizierten; Oft sogar mit langen Nadeln oder spitzen Nägeln die Gesichter zerkratzten.
Dies kam nicht mehr sehr oft in der Öffentlichkeit vor, aus Angst vor einer Bestrafung durch die Justiz.
Hexereien der Inquisitoren - Die Hexenflasche
Die Hexenflasche wurde im 17. Jahrhundert von den Menschen erfunden, welche Angst vor Hexen hatten oder sie verfolgten.
Sie war eine Flasche aus Glas oder Metall in welche das Volk reinen Urin, Hufnägel und das Blut einer verhexten Person hineingaben. Diese Mischung erhitzten sie dann um Mitternacht, um die Hexe heranzulocken und ihren Zauber abzuwehren.
Oft sollte die Flasche der Hexe sogar den Tod bringen.
Hexensteine
Der Hexenstein wurde damals als Schutz gegen böse Zauber von Hexen und um eigenes Glück anzuziehen genutzt. Es war ein kleiner Stein mit einem Loch. Die Menschen trugen ihn als Selbstschutz um den Hals, hängten ihn in ihre Stallungen auf um das Vieh vor Flüchen zu schützen, oder plazierten ihn über ihrem Bett um Alpträume fernzuhalten.
Die heutige Menschheit benutzt hierfür Talismane, Amulette oder Traumfänger.
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